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MPU wegen Cannabis

Lesezeit: 8 Min.Aktualisiert: August 2026Mit Quellenverzeichnis

Seit der Teillegalisierung von Cannabis 2024 hat sich die Rechtslage verändert – an der MPU-Praxis bei Drogenauffälligkeit im Straßenverkehr hat sich jedoch wenig entspannt. Wer mit THC im Blut auffällig wird, muss weiterhin mit einer MPU rechnen.

Die Rechtslage seit 2024

Das Cannabisgesetz (CanG) hat den Besitz und Konsum von Cannabis für Erwachsene unter Auflagen legalisiert. Für den Straßenverkehr gilt seit August 2024 ein Grenzwert von 3,5 ng/ml THC im Blutserum. Für Fahranfänger in der Probezeit, Fahrer unter 21 Jahren und beim Mischkonsum mit Alkohol bleibt Cannabis am Steuer dagegen vollständig verboten.

Quelle: Cannabisgesetz (CanG); Straßenverkehrsgesetz (StVG) § 24a – Grenzwert 3,5 ng/ml THC (gesetze-im-internet.de).

Wann droht eine MPU wegen Cannabis?

Eine MPU wird insbesondere angeordnet bei wiederholten Verstößen, Mischkonsum mit Alkohol, Ausfallerscheinungen während der Fahrt, deutlich erhöhten THC-Werten oder wenn die Führerscheinstelle Hinweise auf regelmäßigen Konsum oder eine Abhängigkeit hat. Bereits ein einmaliger Verstoß kann zur MPU führen, wenn die Umstände auf ein problematisches Konsummuster hindeuten.

Quelle: Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) § 13 i. V. m. Anlage 4a; Begutachtungsleitlinien Kraftfahreignung – Drogen (BASt).

Abstinenznachweis bei Cannabis

In der Regel verlangt die Begutachtung einen lückenlosen Abstinenznachweis über 6 bis 12 Monate. Üblich sind unangemeldete Urinscreenings (Nachweis über THC-COOH) oder Haaranalysen. Wichtig: Das Screening-Programm muss bei einer akkreditierten Stelle beginnen, bevor die MPU angetreten wird – nachträglich lässt sich Abstinenz nicht belegen.

Quelle: Begutachtungsleitlinien Kraftfahreignung – Abstinenznachweise bei Drogen (BASt).

Besonderheiten im psychologischen Gespräch

Der Gutachter unterscheidet zwischen gelegentlichem Konsum, regelmäßigem Konsum und Abhängigkeit – und prüft, ob Sie Konsum und Fahren künftig zuverlässig trennen. Zentrale Themen sind Ihr Konsummuster, die Funktion des Konsums (z. B. Stressbewältigung) und konkrete Strategien, mit denen Sie verhindern, unter Einfluss zu fahren. Die Aussage „Cannabis ist doch jetzt legal" allein überzeugt keinen Gutachter.

Quelle: Begutachtungsleitlinien Kraftfahreignung – Beurteilungskriterien bei Drogenauffälligkeit (BASt); DEKRA – MPU wegen Drogen (dekra.de).

Häufige Fragen

Führt jeder Cannabis-Verstoß automatisch zur MPU?

Nein. Ein einmaliger Verstoß ohne Ausfallerscheinungen kann auch ohne MPU geahndet werden (z. B. Aufbauseminar). Bei Wiederholung, Mischkonsum oder Verdacht auf regelmäßigen Konsum ist die MPU aber die Regel.

Quelle: FeV Anlage 4a; StVG § 24a (gesetze-im-internet.de).

Wie lange ist THC nachweisbar?

Das hängt stark vom Konsummuster ab: Bei Gelegenheitskonsum wenige Tage, bei regelmäßigem Konsum kann das Abbauprodukt THC-COOH im Urin über Wochen nachweisbar sein. Für die MPU zählt ohnehin der dokumentierte Abstinenzzeitraum.

Quelle: Begutachtungsleitlinien Kraftfahreignung (BASt).

Quellenverzeichnis

Dieser Artikel stützt sich auf folgende Quellen (alle extern verlinkt):

Hinweis: Alle Angaben ohne Gewähr. Maßgeblich sind stets die aktuellen Gesetzestexte und die Vorgaben Ihrer Führerscheinstelle. Stand: August 2026.

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