Das psychologische Gespräch folgt keinem starren Fragenkatalog – aber die Themenfelder sind immer gleich: Ihre Vorgeschichte, Ihr früheres Verhalten und die Frage, was sich seither verändert hat. Wer diese Logik versteht, kann sich gezielt vorbereiten.
Warum der Psychologe fragt
Der Gutachter will keine auswendig gelernten Antworten hören. Er prüft, ob Sie Ihr früheres Verhalten realistisch aufgearbeitet haben und ob Ihre Verhaltensänderung stabil genug ist, um künftig sicher am Straßenverkehr teilzunehmen. Glaubwürdigkeit und Konsistenz sind entscheidend – Widersprüche zwischen Gespräch und Aktenlage fallen fast immer auf.
Quelle: Begutachtungsleitlinien Kraftfahreignung – Beurteilungskriterien der psychologischen Exploration (BASt).
Fragen zur Vorgeschichte
Typische Einstiegsfragen sind zum Beispiel:
- „Wie kam es zu der Auffälligkeit, die zu dieser Anordnung geführt hat?"
- „Was wissen Sie über den Inhalt Ihrer Akte?"
- „Wie bewerten Sie Ihr damaliges Verhalten aus heutiger Sicht?"
- „Gab es frühere Auffälligkeiten im Straßenverkehr?"
Quelle: DEKRA – Typische Fragen im MPU-Gespräch (dekra.de).
Fragen zum früheren Konsum- oder Fahrverhalten
Bei Alkohol- oder Drogenfragestellungen müssen Sie Ihr früheres Konsumverhalten konkret und mengenmäßig nachvollziehbar darstellen können: Wann, wie viel, in welchen Situationen? Typische Fragen sind „Wann haben Sie zuletzt konsumiert?", „Wie viel haben Sie an einem typischen Abend getrunken?" oder „Welche Funktion hatte der Konsum für Sie?". Bei Punkte-Fällen geht es um Verhaltensmuster wie Zeitdruck, Risikobereitschaft oder Aggressivität im Verkehr.
Quelle: Begutachtungsleitlinien Kraftfahreignung – Exploration des Konsum- bzw. Verhaltensmusters (BASt).
Fragen zur Veränderung und Zukunft
Der wichtigste Block betrifft die Gegenwart und Zukunft:
- „Was hat sich seit der Auffälligkeit in Ihrem Leben verändert?"
- „Welche Strategien haben Sie, um Rückfälle zu vermeiden?"
- „Wie trennen Sie künftig Konsum und Fahren?"
- „Was würden Sie in einer konkreten Risikosituation tun?"
Quelle: Begutachtungsleitlinien Kraftfahreignung – Kriterien für eine stabile Verhaltensänderung (BASt).
So bereiten Sie sich richtig vor
Antworten nicht auswendig lernen, sondern die eigene Geschichte ehrlich aufarbeiten: Akteneinsicht nehmen, Konsummengen realistisch rekonstruieren, konkrete Veränderungen mit Alltagsbeispielen belegen. Eine professionelle Vorbereitung mit Gesprächssimulation hilft, Widersprüche frühzeitig zu erkennen.
Quelle: TÜV SÜD – Empfehlungen zur MPU-Vorbereitung (tuev-sued.de).
Häufige Fragen
Gibt es „richtige" Antworten, die man auswendig lernen kann?
Nein. Gutachter erkennen standardisierte Antworten sehr zuverlässig. Bewertet werden Einsicht, konkrete Veränderung und die innere Konsistenz Ihrer Angaben.
Quelle: Begutachtungsleitlinien Kraftfahreignung (BASt).
Was passiert, wenn ich mich im Gespräch widerspreche?
Widersprüche zwischen Ihren Angaben und der Aktenlage sind einer der häufigsten Durchfallgründe. Deshalb ist Akteneinsicht vor der MPU so wichtig.
Quelle: DEKRA – Häufige Fehler bei der MPU (dekra.de).
Quellenverzeichnis
Dieser Artikel stützt sich auf folgende Quellen (alle extern verlinkt):
- Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) – Begutachtungsleitlinien
- DEKRA – MPU-Gespräch
- TÜV SÜD – MPU-Vorbereitung
Hinweis: Alle Angaben ohne Gewähr. Maßgeblich sind stets die aktuellen Gesetzestexte und die Vorgaben Ihrer Führerscheinstelle. Stand: August 2026.
