Haare können Drogen und ihre Abbauprodukte über einen längeren Zeitraum speichern. Die Haaranalyse kann daher ein Instrument sein, um einen Abstinenzzeitraum bei Drogen-MPU in einer einzigen Untersuchung zu belegen.
Was wird im Haar nachgewiesen?
Bei Cannabis wird THC-COOH im Haar nachgewiesen, bei anderen Drogen die jeweiligen Substanzen oder Metaboliten. Die Segmentierung des Haares erlaubt einen zeitlichen Rückblick über den erfassten Zeitraum.
Quelle: Begutachtungsleitlinien – Haaranalytik (BASt); Society of Hair Testing (SoHT).
Dauer und Haarvoraussetzungen
Die auswertbare Haarlänge und der damit abbildbare Zeitraum hängen von der untersuchten Substanz, der Haarprobe und den Vorgaben des Labors ab. Voraussetzung ist ausreichend langes, möglichst unbehandeltes Kopfhaar. Bei zu kurzem Haar kann in einigen Fällen auf Körperhaar ausgewichen werden.
Quelle: Society of Hair Testing (SoHT) – Konsensus; BASt.
Kosten
Die Kosten unterscheiden sich je nach Labor, Methode und Nachweiszeitraum. Aktuelle Preise solltest du direkt beim jeweiligen Anbieter erfragen. Die Haaranalyse wird oft ergänzend zu Urinscreenings eingesetzt oder als Alternative, wenn ein längerer Zeitraum belegt werden soll.
Grenzen der Haaranalyse
Sehr geringer gelegentlicher Konsum kann unterhalb der Nachweisgrenze bleiben. Umgekehrt können äußere Kontaminationen (z. B. Passivkonsum) die Bewertung erschweren – akkreditierte Labore nutzen Waschprotokolle, um dies zu unterscheiden.
Quelle: Society of Hair Testing (SoHT) – Konsensus; BASt.
Häufige Fragen
Reicht eine Haaranalyse allein als Abstinenznachweis?
Das entscheidet die Begutachtungsstelle. Häufig wird sie mit Urinscreenings kombiniert, um einen lückenlosen Nachweis über den gesamten Zeitraum zu führen.
Quelle: Begutachtungsleitlinien Kraftfahreignung (BASt).
Kann Passivkonsum zu einem positiven Befund führen?
Äußere Kontaminationen können Spuren hinterlassen. Akkreditierte Labore unterscheiden durch Waschprotokolle zwischen echtem Konsum und Passivkontakt.
Quelle: Society of Hair Testing (SoHT) – Konsensus.
Quellenverzeichnis
Dieser Beitrag stützt sich auf folgende Quellen (alle extern verlinkt):
Hinweis: Alle Angaben ohne Gewähr. Maßgeblich sind stets die aktuellen Gesetzestexte und die Vorgaben Ihrer Führerscheinstelle. Stand: August 2026.
