Themenbereich 2 von 4 · Cannabis, THC & Abstinenznachweise

MPU wegen Drogen

Seit 2024 gelten für Cannabis im Straßenverkehr teilweise neue gesetzliche Regelungen. Für die Beurteilung der Fahreignung kommt es weiterhin auf den konkreten Einzelfall, frühere Auffälligkeiten, das Konsummuster und die jeweilige Fragestellung an. Dieser Bereich erklärt Cannabis, den THC-Grenzwert, Abstinenznachweise, Haaranalyse und den Weg zur Wiedererteilung.

MPU nach Drogenkonsum: Rechtslage seit dem CanG, THC-Grenzwerte, Abstinenznachweise, Haaranalyse und Wiedererteilung des Führerscheins.

Die Rechtslage seit 2024

Das Cannabisgesetz (CanG) hat den Besitz und Konsum von Cannabis für Erwachsene unter Auflagen legalisiert. Für den Straßenverkehr gilt seit August 2024 ein Grenzwert von 3,5 ng/ml THC im Blutserum. Für Fahranfänger in der Probezeit und Personen unter 21 Jahren gelten strengere Regeln nach § 24c StVG. Auch der gleichzeitige Konsum von Cannabis und Alkohol ist im Straßenverkehr besonders geregelt.

Quelle: Cannabisgesetz (CanG); StVG § 24a – Grenzwert 3,5 ng/ml THC; StVG § 24c – 0,0-Grenze für Fahranfänger und unter 21 Jahre (gesetze-im-internet.de).

Wann droht eine MPU wegen Drogen?

Bei Cannabis gelten besondere Regelungen. Eine MPU kann unter anderem angeordnet werden, wenn Anzeichen für Cannabismissbrauch vorliegen, wiederholt Zuwiderhandlungen im Straßenverkehr unter Cannabiseinfluss begangen wurden oder geklärt werden muss, ob Cannabismissbrauch oder Cannabisabhängigkeit nicht mehr besteht.

Bei anderen Betäubungsmitteln gelten andere Voraussetzungen. Je nach Sachverhalt kann zunächst ein ärztliches Gutachten oder in bestimmten Fällen eine MPU erforderlich sein.

Quelle: FeV § 13 i. V. m. Anlage 4a; Begutachtungsleitlinien Kraftfahreignung – Drogen (BASt).

Abstinenznachweis bei Drogen

Ob ein Abstinenznachweis erforderlich oder sinnvoll ist und welcher Nachweiszeitraum im konkreten Fall benötigt wird, hängt von der konsumierten Substanz, der Vorgeschichte, dem Konsummuster und der Fragestellung ab. Die konkrete Vorgehensweise sollte vor Beginn mit einer fachkundigen Stelle oder dem gewählten Abstinenzprogramm geklärt werden.

Quelle: Begutachtungsleitlinien Kraftfahreignung – Abstinenznachweise bei Drogen (BASt); FeV Anlage 4 Nr. 8.3 (gesetze-im-internet.de).

Wann kann eine MPU wegen Drogen angeordnet werden?

Drogenbezogene Auffälligkeiten können eine MPU-Fragestellung auslösen. Dazu können beispielsweise der Konsum von Drogen im Zusammenhang mit dem Führen eines Fahrzeugs, eine Verkehrskontrolle mit festgestelltem Drogenkonsum, ein Unfall unter Drogeneinfluss oder andere Umstände gehören, die Zweifel an der Fahreignung wecken. Welcher Anlass im Einzelfall zur MPU-Anordnung führt und welche Fragestellung dabei gestellt wird, entscheidet die Führerscheinstelle anhand der individuellen Vorgeschichte.

Der konkrete Anlass ist daher individuell. Auch frühere Auffälligkeiten oder der gesamte Verlauf können berücksichtigt werden, nicht nur der letzte Vorfall.

Quelle: Straßenverkehrsgesetz (StVG) § 13; Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) § 13 i. V. m. Anlage 4 Nr. 8.3 (gesetze-im-internet.de).

Wie läuft eine Drogen-MPU ab?

Eine Drogen-MPU besteht im Wesentlichen aus drei Bestandteilen: der medizinischen Untersuchung, einem computerbasierten Leistungstest und dem psychologischen Gespräch. Bei der medizinischen Untersuchung können je nach Fragestellung körperliche Befunde oder Laborwerte erhoben werden. Der Leistungstest prüft Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit. Im psychologischen Gespräch geht es um deine Vorgeschichte, dein früheres Konsumverhalten und die Frage, was sich seit der Auffälligkeit verändert hat.

Einen ausführlichen Überblick über den gesamten Ablauf findest du auf der Seite MPU Ablauf.

Quelle: Begutachtungsleitlinien Kraftfahreignung (BASt); FeV Anlage 4.

Welche Rolle spielt Cannabis bei der MPU?

Cannabis-Fälle werden individuell bewertet. Dabei können das Konsummuster, frühere Auffälligkeiten und die konkrete Fragestellung eine Rolle spielen. Ob gelegentlicher oder regelmäßiger Konsum vorliegt, ob der Konsum im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr festgestellt wurde und wie die persönliche Vorgeschichte aussieht, kann ebenso berücksichtigt werden wie die Frage, ob eine Abhängigkeit oder ein riskantes Konsummuster vorliegt.

Pauschale Aussagen wie „Cannabis bedeutet immer Abstinenz" oder „bei einmaligem Konsum reicht immer ein bestimmter Nachweis" lassen sich daher nicht treffen. Welche Anforderungen im Einzelfall gestellt werden, hängt von der individuellen Situation und der Fragestellung ab.

Quelle: Begutachtungsleitlinien Kraftfahreignung – Drogen (BASt); FeV Anlage 4 Nr. 8.3.

Muss man bei einer Drogen-MPU abstinent sein?

Ob ein Abstinenznachweis erforderlich oder sinnvoll ist, hängt von der individuellen Vorgeschichte, der konsumierten Substanz, dem bisherigen Konsummuster und der konkreten Fragestellung ab. In manchen Fällen kann ein nachgewiesener Drogenverzicht gefordert sein, in anderen Fällen stehen andere Aspekte der Aufarbeitung im Vordergrund. Welche Vorgehensweise für deinen Fall infrage kommt, solltest du frühzeitig mit einer fachkundigen Stelle klären.

Ausführliche Informationen stehen auf der Seite Abstinenznachweise bei Drogen.

Quelle: Begutachtungsleitlinien Kraftfahreignung – Drogen (BASt); FeV Anlage 4 Nr. 8.3.

Welche Nachweise können eine Rolle spielen?

Je nach Fall können unterschiedliche Nachweise relevant sein. In manchen Fällen können Urinscreenings, Haaranalysen oder andere medizinische Befunde herangezogen werden. Welches Verfahren im Einzelfall geeignet ist, hängt von der Fragestellung, der konsumierten Substanz und der individuellen Vorgeschichte ab.

Nähere Informationen zu den Nachweisverfahren findest du auf der Seite Abstinenznachweise bei Drogen. Einen Überblick über die möglichen Kosten der MPU findest du auf der Seite MPU Kosten.

Quelle: Begutachtungsleitlinien Kraftfahreignung – Nachweisverfahren (BASt).

Welche Rolle spielt das frühere Konsumverhalten?

Das frühere Konsumverhalten kann bei der Aufarbeitung eine wichtige Rolle spielen. Dabei können verschiedene Aspekte berücksichtigt werden, unter anderem die Häufigkeit des Konsums, die typischen Situationen, in denen konsumiert wurde, mögliche Auslöser sowie die persönliche Funktion, die der Konsum für dich hatte.

Auch mögliche Veränderungen seit der Auffälligkeit können eine Rolle spielen. Eine ehrliche und nachvollziehbare Auseinandersetzung mit diesen Aspekten hilft dabei, das frühere Verhalten im Gespräch glaubwürdig darzustellen und Veränderungen plausibel zu begründen.

Quelle: Begutachtungsleitlinien Kraftfahreignung – Exploration des Konsummusters (BASt).

Wie bereitest du dich auf das psychologische Gespräch vor?

Die Vorbereitung auf das psychologische Gespräch zielt darauf ab, deinen früheren Konsum nachvollziehbar aufzuarbeiten. Dabei geht es um die Frage, welche Ursachen und Muster damals eine Rolle gespielt haben, welche konkreten Veränderungen seitdem eingetreten sind und welche Strategien du für die Zukunft hast, um Konsum und Fahren verlässlich zu trennen.

Ausführliche Hinweise zur Gesprächsvorbereitung findest du auf den Seiten Psychologisches Gespräch und MPU Vorbereitung.

Quelle: Begutachtungsleitlinien Kraftfahreignung – psychologische Exploration (BASt).

Welche Veränderungen sind wichtig?

Veränderungen sollten konkret, nachvollziehbar und im Alltag erkennbar sein. Allgemeine Aussagen allein reichen in der Regel nicht aus. Überzeugend sind hingegen konkrete Beispiele, die zeigen, dass sich dein Verhalten im Alltag tatsächlich verändert hat.

Dazu kann gehören, wie du heute mit Situationen umgehst, in denen früher Drogen eine Rolle spielten, wie du Risikosituationen erkennst und vermeidest und welche konkreten Entscheidungen du für die Zukunft getroffen hast. Wichtig ist, dass du diese Veränderungen mit eigenen Erfahrungen belegen kannst. Formelhafte Musterantworten sind dabei wenig hilfreich.

Quelle: Begutachtungsleitlinien Kraftfahreignung – Kriterien für stabile Verhaltensänderung (BASt).

Häufige Fehler bei der Drogen-MPU

In der Praxis treten bei der Drogen-MPU immer wieder ähnliche Fehler auf. Wenn du sie kennst, kannst du sie gezielt vermeiden:

  • früheren Konsum verharmlosen oder ungenau angeben
  • Verantwortung nur auf äußere Umstände schieben
  • Veränderungen nur behaupten, ohne konkrete Beispiele zu nennen
  • widersprüchliche Angaben zur Vorgeschichte
  • auswendig gelernte Antworten statt eigener Auseinandersetzung
  • mögliche Risikosituationen nicht ausreichend bedenken
  • Nachweise zu spät klären

Quelle: DEKRA – Häufige Fehler bei der MPU (dekra.de); BASt.

Was kostet eine Drogen-MPU?

Die Kosten einer Drogen-MPU setzen sich aus mehreren möglichen Posten zusammen. Dazu können die Begutachtung, die Vorbereitung und gegebenenfalls Abstinenznachweise gehören. Die Gesamtkosten können je nach Anlass, Begutachtungsstelle, Vorbereitung und erforderlichen Nachweisen deutlich variieren.

Einen Überblick über die möglichen Kosten findest du auf der Seite MPU Kosten.

Quelle: TÜV SÜD und DEKRA – Hinweise zur Untersuchungsgebühr der MPU (tuev-sued.de, dekra.de); BASt.

Weiterführende Themen zur Drogen-MPU

Vertiefende Seiten rund um die Drogen-MPU:

Häufige Fragen zur Drogen-MPU

Wann muss man wegen Drogen zur MPU?

Eine MPU kann bei verschiedenen drogenbezogenen Auffälligkeiten angeordnet werden, etwa bei Konsum im Zusammenhang mit dem Führen eines Fahrzeugs, bei einer Kontrolle mit festgestelltem Drogenkonsum oder bei einem Unfall unter Drogeneinfluss. Der konkrete Anlass ist individuell und wird von der Führerscheinstelle anhand deines Einzelfalls festgelegt.

Muss ich bei einer Drogen-MPU abstinent sein?

Ob ein Abstinenznachweis erforderlich oder sinnvoll ist, hängt von der individuellen Vorgeschichte, der konsumierten Substanz, dem bisherigen Konsummuster und der konkreten Fragestellung ab. Kläre frühzeitig mit einer fachkundigen Stelle, welche Vorgehensweise für deinen Fall infrage kommt.

Welche Rolle spielt Cannabis?

Cannabis-Fälle werden individuell bewertet. Konsummuster, frühere Auffälligkeiten und die konkrete Fragestellung können eine Rolle spielen. Pauschale Aussagen lassen sich daher nicht treffen.

Welche Nachweise können wichtig sein?

Je nach Fall können Urinscreenings, Haaranalysen oder andere medizinische Befunde relevant sein. Welche Nachweise im Einzelfall erforderlich sind, hängt von der Fragestellung und der Vorgeschichte ab. Details stehen auf der Seite Abstinenznachweise bei Drogen.

Wie bereite ich mich auf das psychologische Gespräch vor?

Es geht darum, die Ursachen des früheren Konsums nachvollziehbar aufzuarbeiten, konkrete Veränderungen zu benennen und Strategien für die Zukunft zu entwickeln. Ausführliche Hinweise stehen auf den Seiten Psychologisches Gespräch und MPU Vorbereitung.

Was kostet eine Drogen-MPU?

Die Kosten einer MPU setzen sich aus mehreren möglichen Posten zusammen und können je nach Anlass, Begutachtungsstelle, Vorbereitung und erforderlichen Nachweisen variieren. Einen Überblick findest du auf der Seite MPU Kosten.

Quellenverzeichnis

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